Höchste SF-Zuchtwertkuh
Swiss-Fleckvieh: Zuchtfamilie mit drei Stierenmüttern
Gutes, funktionales Exterieur mit hohen Leistungen. Das alles bietet die Familie von Stammkuh Sten Olivia aus dem Stall von Alfred Aebischer, Riedstätt BE. Bei der Zuchtfamilienschau gab es dafür 93 Punkte.
(Quelle: Schweizer Bauer >)
Die Leistungen der Swiss-Fleckvieh-Kuh Ilford Olga von Alfred Aebischer, Riedstätt BE, sind beeindruckend: Eine Höchstleistung von 12242 kg Milch bei 4,27 % Fett und 3,58 % Eiweiss in 280 Tagen(!). Ein Zuchtwert Milch von + 1840 kg Milch, ein ILM von 143 und ein Gesamtzuchtwert (GZW) von 154. Damit ist Olga die beste SF-Kuh nach GZW überhaupt. Aber auch typmässig gibt sie sich keine Blösse. Auf dem Schauplatz wurde die 6-jährige Kuh am 8. April mit 55 55 98 punktiert, linear ist sie mit EX 91 beurteilt.

Die mit 93 Punkten bewertete Zuchtfamilie mit Stammkuh Sten Olivia mit ihren Töchtern
Ilford Olga, Blitz Lusti, Silvester Miranda und Renato Nena (von rechts).
Zuchtfamilie EX 93
Und nun erreichte Olga mit der Zuchtfamilie ihrer Mutter Sten Oliva und ihren drei Schwestern Blitz Lusti, Silvester Miranda und Renato Nena noch einen weiteren Höhepunkt. Die Zuchtfamilie wurde mit 93 Punkten beurteilt. Es erstaunt daher kaum, dass Stammkuh Olivia, Olga selber sowie ihre Schwester Lusti in gezielter Paarung bei Swissgenetics sind. Auch die junge Miranda wurde nun zum ersten Mal gezielt angepaart. Mit Dandolo Kevin wartet bereits ein Sohn von Olivia auf das Resultat aus dem Testeinsatz. Denn auch Olivia gehört mit einer Höchstleistung von 11'988 kg Milch bei 3,85 % Fett und 3,42 % Eiweiss und einer Lebensleistung von mittlerweile 66997 kg mit einem GZW von 136 noch immer zur Elite der SF-Kühe. Wie Tochter Olga ist auch Olivia kantonal 55 55 98 punktiert und linear mit EX 91 beurteilt.
An Schau versteigert
Gezüchtet wurde Olivia wie auch ihre erste Tochter Olga aber nicht von Alfred Aebischer, sondern von David Stettler aus Heimenschwand BE. Stettler hatte Aebischer zuerst nur die Mutter Olivia verkauft. Dann kam 2007 die Jubiläumsschau von Stettlers Viehzuchtgenossenschaft Bleiken. «Wir wollten den Besuchern unserer Jubiläumsschau etwas Einmaliges bieten», erzählt Stettler. Deshalb hätten sich die Mitglieder der VZG bereit erklärt, die Miss direkt im Anschluss an die Jubiläumsschau zu versteigern. Aebischer, der mit Olgas Mutter Olivia bereits sehr zufrieden war, hätte Olga eigentlich schon vorher gerne gekauft. Als er hörte, dass die Miss nach der Jubiläumsschau versteigert werden sollte, war er natürlich in Bleiken dabei: «Ich dachte mir, ich muss die haben.» Und es kam, wie es kommen musste: Die zweitkälbrige Olga wurde Miss und folglich gleich auf dem Platz für 5500 Franken an Alfred Aebischer versteigert. Ist sich Züchter Stettler heute reuig, dass er Olga nicht mehr besitzt? «Nein», sagt er. Er freue sich daran, wie Aebischer die Familie weiter entwickle: «Ich habe mit meinem reinen Aufzuchtbetrieb selber sowieso kein Umfeld für solche Hochleistungskühe.»
Enorme Fruchtbarkeit
Und Aebischer hat die Familie tatsächlich weiter entwickelt, wie man am Erfolg mit der Zuchtfamilie sehen kann: «Da die meisten der Kühe aus der Familie Stierenmütter sind, wäre es mir eigentlich recht, wenn es ab und zu ein Stierkalb gäbe. Doch meistens bekomme ich Kuhkälber.» Die Tendenz zu vielen Kuhkälbern sei neben der enormen Leistungsbereitschaft eine herausragende Eigenschaft der Familie. «Ein anderer Vorzug ist die enorme Fruchtbarkeit der Familie», erläutert Aebischer. So habe Olga immer sehr kurze Laktationen, weil sie immer gleich bei der ersten Besamung aufnehme. Auf Schwächen angesprochen nennt Aebischer bei Olga den Zellzahlzuchtwert von 89. Ihm sei allerdings nicht klar, wie dieser zustande komme: «Bei der Milchkontrolle ist sie punkto Zellzahlen nie negativ aufgefallen.» Und noch einen «Fehler» habe die Familie, zumindest gemäss SF-Zuchtziel: «Die Mitglieder der Olivia-Familie haben alle eine Kreuzbeinhöhe von knapp 1,5 Meter herum und sind deshalb punkto Grösse am oberen Limit des SF-Zuchtziels.» Er sei allerdings der Meinung, dass eine gewisse Grösse wünschenswert sei: «Wenn die Kühe nicht ein gewisses Kaliber haben, dann können sie nicht einpacken.»
Bei SF bleiben
Trotzdem will Aebischer die Olivia-Familie im SF-Blutanteil behalten: «Ich will lieber eine etwas robustere Kuh als eine extrem scharfe, vor allem, wenn sie mindestens gleich viel leistet, wie die scharfe.» SF-Kühe seien schwieriger zu züchten, als RH-Kühe: «Das Angebot von guten KB-Stieren ist halt einfach kleiner.» Wenn alles klappt, wird in Zukunft ja vielleicht das Angebot an SF-Stieren durch die Olivia-Familie bereichert werden.
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